Duo
Christine Rall - Saxophon
Stefan Thomas - Klavier

Mit Christine Rall und Stefan Thomas haben sich zwei Musiker zu einem Duo zusammengefunden, bei dem man nicht mehr von der klassischen Teilung in Melodieinstrument und Begleitung reden kann, da sich hier zwei unterschiedliche Stimmen gleichberechtigt einander gegenüberstehen. Der Klang des Saxophons ist dem warmen, modulationsreichen Ton der menschlichen Stimme abgelauscht und gilt als höchst charakteristisch, während der Klavierklang beinahe unpersönlich, neutral zu nennen wäre, was ihn aber andererseits wiederum dazu befähigt, beinahe jedes andere Instrument, vom Schlagzeug bis zum großen Orchester, zu imitieren. Der erste Kontakt zwischen den beiden Musikern entstand 1997, als Stefan Thomas sein Saxophonquartett für das Ensemble "Tetraphonics" komponierte. Als Sopransaxophonistin des Ensembles wirkte Christine Rall bei der Uraufführung des Werkes mit. Seither hat das Duo in zahlreichen Konzerten (u.a. in Berlin, Florenz, Köln und Düsseldorf) anspruchsvolle Originalliteratur für Saxophon und Klavier aufgeführt. Die Schwerpunkte der gemeinsamen künstlerischen Arbeit reichen dabei von der klassischen, z.T. vom Jazz beeinflußten, Moderne bis zu Kompositionen der heutigen Avantgarde. Erweitert wird das Repertoire durch eigens erstellte Transkriptionen, wodurch der Besetzung weitere stilistische Elemente und Ausdrucksbereiche erschlossen werden.

 

Christine Rall begann ihre Karriere auf dem Saxophon 1979 bei Carina Raschèr. Heute kann sie einen Abschluß in Instrumentalpädagogik, einen künstlerischen Abschluß mit Auszeichnung, das Konzertexamen, sowie eine weitgefächerte Konzerterfahrung vorweisen. So spielte sie u.a. im Gürzenich Orchester Köln, im Orchester der Beethovenhalle Bonn, bei den Münchner Philharmonikern sowie solistisch mit dem Raschèr Saxophone Quartet, dem Orchester des Bayerischen Rundfunks, dem Rundfunk-Blasorchester Leipzig und dem Royal Swedish Chamber Orchestra.
Als Solistin wurde sie vom Stuttgarter Kammerorchester eingeladen, um unter der Leitung von Dennis Russel Davies die "Nachtgebete" von Giya Kancheli und die "Fantasia" von H. Villa-Lobos zu spielen. Weitere Solokonzerte (Glasunow, Larsson, Ibert u.a.) führte sie mit der Amsterdam Sinfonietta und dem Philharmonischen Orchester Heidelberg auf. Ihre kammermusikalische Erfahrung sammelte sie bei dem Ensemble notabu und dem Düsseldorfer Ensemble, ganz besonders aber als Interpretin von Originalliteratur für Saxophon und Klavier im Duo mit Stefan Thomas und als Sopransaxophonistin im Saxophonquartett "Tetraphonics".
Um ihren musikalischen Horizont zu erweitern zog es sie zweimal in die USA, zuletzt nach Tallahassee, als Stipendiatin der Florida State University, wo sie auch als Assistentin von Professor Patrick Meighan lehrte. Zusätzlich holte sie sich Anregungen auf zahlreichen Meisterkursen, u.a. bei Sigurd Raschèr (USA '89), John Edward Kelly (Holland '92) und Daniel Deffayet (Schweden '92).
Der Schwerpunkt ihrer Konzerttätigkeit liegt auf der Interpretation zeitgenössischer Werke, was ihr ermöglichte, im Sommer 1995 bei dem renommierten Raschèr Saxophone Quartet mitzuwirken und Werke von Anders Nilsson, Ton de Leeuw und Philip Glass in Stockholm sowie beim Schleswig Holstein Musik Festival uraufzuführen. Christine Rall ist Stipendiatin der Konrad Adenauer Stiftung.



Stefan Thomas, geb. 1968, erhielt seine erste Ausbildung am Dr. Hoch's Konservatorium in Frankfurt/Main, wo er von 1982-90 in der Klasse Theodora Lungu Klavier und bei Gerhard Schedl Komposition studierte. 1990 begann er sein Studium an der Musikhochschule Köln mit den Hauptfächern Komposition (Prof. Krzysztof Meyer), Klavier (Ernst Grimm, Prof. Pi-Hsien Chen und Peter Degenhardt) und Musiktheorie (Prof. Roland Löbner und Prof. Friedrich Jaecker). 1992 setzte er sein Kompositionsstudium bei Tristan Keuris in der Hogeschool voor de Kunsten in Utrecht/NL fort. Seit 1996 kommt Stefan Thomas einem Lehrauftrag für theoretische Fächer an der Musikhochschule Köln nach. Neben zahlreichen Aufführungen und Rundfunkaufnahmen (WDR, ORF, Bayerischer Rundfunk, Niederländischer Rundfunk, Finnischer Rundfunk) kann er auf verschiedene internationale Auszeichnungen verweisen. So gewann er 1995 den 1. Preis im Wettbewerb "Junge Europäische Komponisten" in Leipzig, 1997 wurde ihm ebenfalls ein 1. Preis beim "Internationalen Komponistenwettbewerb Joseph Haydn" in Eisenstadt /Österreich zuerkannt.
Als Pianist tritt Stefan Thomas häufig als Interpret eigener Werke auf, ist aber auch ein begehrter Kammermusikpartner vieler Instrumentalisten. Neben seiner Arbeit mit Christine Rall war er u.a. Pianist im "Alloys-Ensemble", in dem er zusammen mit dem Saxophonisten John-Edward Kelly und der Cellistin Françoise Groben im gesamten Bundesgebiet und in der Schweiz konzertierte und das "Galgentrio" des niederländischen Komponisten Hans Kox bei Radio Bremen einspielte. Als Solist trat Stefan Thomas unter anderem im Bonner Beethovenhaus Bonn auf, beim Festival Ars Musica in Brüssel und im Leipziger Gewandhaus auf. Stefan Thomas ist Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung.